Deutliche Niederlage – Eversburg muss sich an die eigene Nase fassen

Der SV Eversburg musste am Sonntag gegen die erfahrene Drittvertretung des FC Schüttorf 09 eine deutliche 28:47-Niederlage hinnehmen. Das Ergebnis ist am Ende eindeutig – und genauso eindeutig muss auch die Analyse ausfallen: So reicht es in der Regionsliga nicht.
Dabei erwischte der SVE zunächst einen richtig guten Start. Nach wenigen Minuten führte Eversburg mit 4:1 und zeigte, dass man Schüttorf durchaus vor Probleme stellen konnte. Doch anstatt diesen Start zu nutzen, verlor die Mannschaft zunehmend den Zugriff auf das Spiel. Vor allem in der Abwehr wurde es schnell deutlich. Zu wenig Kommunikation, kaum gegenseitige Unterstützung und zu wenig Konsequenz im Eins-gegen-eins sorgten dafür, dass Schüttorf immer wieder zu freien Würfen kam. Die Gäste mussten sich ihre Tore phasenweise kaum erarbeiten. Viel zu häufig wurde zugesehen, anstatt gemeinsam zu verteidigen.
Besonders bitter: Nach dem 5:5 kippte die Partie komplett. Schüttorf zog Tor um Tor davon und setzte sich bis zur Halbzeit auf 11:21 ab. 21 Gegentore in 30 Minuten sind schlicht zu viel. Gegen eine erfahrene Mannschaft wie Schüttorf wird es dann natürlich extrem schwer, noch einmal zurückzukommen.
Auch im Angriff lief längst nicht alles rund. Zwar erzielte Eversburg am Ende 28 Tore und war damit offensiv phasenweise durchaus ordentlich unterwegs, allerdings fehlte es immer wieder an Geduld. Zu frühe Abschlüsse und fehlende Klarheit in den Aktionen machten es der robusten Schüttorfer Abwehr zu einfach. Statt die Angriffe konsequent auszuspielen, wurde zu schnell der Abschluss gesucht.
Hinzu kam, dass die Mannschaft nach Fehlern und Gegentoren zu schnell den Kopf hängen ließ. Gerade gegen einen Gegner, der handballerisch und vor allem aufgrund seiner Erfahrung überlegen war, hätte es eine geschlossene Reaktion gebraucht.Schüttorf war an diesem Tag die bessere Mannschaft – und das muss man ehrlich anerkennen.
Positiv bleibt allerdings, dass sich der SVE nach der Halbzeit nicht komplett aufgegeben hat. Im zweiten Durchgang gelangen 17 eigene Treffer. Gerade offensiv zeigte Eversburg phasenweise gute Aktionen und konnte immer wieder Lösungen finden. Auch wenn der Rückstand längst zu groß war, kämpfte die Mannschaft weiter und brachte die Partie zu Ende.
Doch genau darin liegt auch die wichtigste Erkenntnis dieses Spiels: Einsatz allein reicht nicht. Der SVE muss lernen, auch dann zusammenzubleiben, wenn es nicht läuft. In der Abwehr muss miteinander gesprochen werden, jeder muss seinem Nebenmann helfen und die Eins-gegen-eins-Situationen müssen deutlich konsequenter angenommen werden. Im Angriff braucht es mehr Geduld und die Bereitschaft, auch einmal einen Angriff länger auszuspielen.
Die Niederlage ist deshalb vielleicht weniger ein Grund, lange darüber zu reden, als vielmehr ein deutlicher Weckruf. 28 eigene Tore zeigen, dass offensiv durchaus etwas möglich ist. 47 Gegentore zeigen gleichzeitig glasklar, woran gearbeitet werden muss.
Jetzt gilt es, das Spiel abzuhaken – aber die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Niemand muss nach dieser Niederlage den Kopf in den Sand stecken. Im Gegenteil: Wenn die Mannschaft bereit ist, sich diese Fehler ehrlich einzugestehen und gemeinsam daran zu arbeiten, kann genau so ein Spiel ein wichtiger Schritt nach vorne sein.
Schüttorf war an diesem Tag deutlich besser und hat verdient gewonnen. Das muss man akzeptieren. Aber die Saison ist lang und dieses Spiel ist nur ein Spiel.
Also: Mund abputzen, analysieren, trainieren und weitermachen. Die Antwort auf diese Niederlage gibt es nicht auf dem Papier, sondern in der nächsten Partie auf dem Feld.





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